Zuerst eines vorweg, er sieht nicht
nur g... aus, sondern fährt sich auch so. Was wir schon immer
wußten, die Italiener können schöne Autos, ja
sogar sehr schöne Roller bauen. Mit diesem Nexus ist ihnen
ein großer Wurf gelungen. Sportlich, Dynamisch für
noch sportlichere und dynamischere Fahrer/innen die mit ihm durch
die Stadt jagen und über das Land brausen. Er spricht gezielt
diese Gruppe von Rollerfans an. Der Clou, die Sitzbank lässt
sich mit der Fernbedienung entriegeln, nur öffnen geht leider
doch noch mit der Hand! Warum bekam er nicht gleich einen ordentlichen
Gasdruckdämpfer
spendiert, der diese Prozedur dem Fahrer/in abnimmt. Aber was
möchte man schon mit einem Sportroller transportieren? Wenn
man einen kleinen Helm hat, ok der geht gerade noch rein. Beifahrer
werden sich nicht gerade wohl fühlen, haben aber doch mehr
Platz als bei einer Rennmaschine. Die Füße können
bei kaltem Wetter mittels Warmluftklappen gewärmt werden.
Die Rückblickspiegel sind weit oben montiert, sind einklappbar
und mit einer Blinkleuchte a' la Stern versehen. Die Frontscheibe
ist 3fach höhenverstellbar und lässt sich leider nur
mit einem Inbußschlüssel verstellen. Die Bremse packt
dank zwei Scheiben vorne und eine hinten ordentlich zu. Integralbremssystem
ist serienmässig, leider noch kein ABS erhältlich, dürfte
aber kommen. Der Motor stammt von Piaggio X9 und einigen anderen
Rollern, er wird sehr oft eingebaut. Aber in der Nexus wurde er
komplett neu abgestimmt. Er hat mit den 195 kg der Gilera leichtes
Spiel, hängt hervorragend am Gas und verleiht dem Roller
diese spotliche Note. Man glaubt ja nicht, wenn man den Roller
ansieht, dass da ein 500ccm Motor drinnen steckt. Es hat ja eher
den Anschein, es ist ein 125er oder vielleicht höchstens
ein 400er Roller! So elegant, kurz und schmal wurde der neue Sportroller
gebaut. Von vorne eher ein Motorradcharakter und von hinten unter
dem Motto, hoch den Po! Das Gesamtbild wird noch mit einem Edelstahlauspuff
abgerundet. Sitzt man mal oben, stechen einem die Instrumente
ins Auge. In der Mitte sitzt der große Drehzahlmesser mit
einem eleganten weißen Zifferblatt.
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Links daneben, etwas kleiner der
Tacho, auch in weiß gehalten. Die roten Zeiger bestimmen
die Landschaft mit. Rechts im Karbonlook wurde das Digitalpanel
mit dem Bordcomputer integriert. Darüber sitzen noch ein
paar Kontrollleuchten , diese geben zbsp. Auskunft über den
Öldruck und der Ladebereitschaft. In der Lenkermitte sind
noch 4 Anzeigelämpchen untergebracht. Der Schalter für
die Warnblinkanlage wurde am rechten Griff montiert und sollte
eigentlich bei allen Rollern bereits Standard sein. Die Handschuhfächer
sind unter kleinen Klappen versteckt, rechts passt ein Feuerzeug
hinein und links die Zigaretten oder ein kleines Handy. Die Versorgungssteckdose
ist dann unter dem Sitz zu finden. Das Hinterrad wurde über
einen Umlenkhebel gefedert und ist in der Höhe noch verstellbar.
Es soll ja begeisterte Hobbytuner geben, die sich als little Schumi
auf Roller Lorbeeren holen wollen. Kommen wir nun zum Fahrverhalten.
Da der Roller ganz neu ist und noch nicht eingefahren wurde, so
konnten wir nur mit zurückgehaltenem Gasgriff die Nexus testen.
Wir werden aber im Frühjahr einen Vergleichstest mit der
T-Max durchführen! Zündung ein, Handbremsgriff gezogen
und auf den Startknopf gedrückt. Sofort nimmt der Motor seine
Arbeit auf. Leicht am Gasgriff gedreht und schon brausen wir los.
Jede kleinste Drehbewegung wird vom Motor quittiert. Mit Leichtigkeit
bewegt man die Gilera durch die Achterbahn und Umkehren auf engstem
Raum, ohne die Füße vom Trittbrett zu nehmen, ist mit
Freude zu bewerkstellen. Greift der Fahrer in die Bremsen, rückt
die Sozia auf Körperkontakt auf. Ist ja nicht unangenehm,
wenn man die Frau wieder einnmal spürt und weiß sie
ist noch da und ich habe sie nicht verloren. Denn beim Kurvenwetzen
habe ich doch glatt auf sie vergessen. Würde ich die Gilera
Nexus 500 mit einer Frau vergleichen, dann müsste sie eine
rassige Südländerin sein. Geschmeidig wie eine Raubkatze,
schön und schlank wie ein Model und hoffentlich treu. So
warten wir sehnsüchtig auf das Frühjahr, wo wir uns
wiedersehen und das Wiener Umland in Schrecken versetzen werden.
Eine Schönheit und deren Kutscher werden über die Straßen
fegen!
Text und Fotos: ©Ogrisek Siegfried
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